Kgalagadi Transfrontier Park


Aktuelle Zeit in Upington: 17:50 Uhr
Zeitzone: SAST
Die Wettervorhersage für die nächsten drei Tage:


 

19°
Leicht
07:2617:46 SAST

Gefühlt: 19°C
Wind: 5km/h 160°
Feuchtigkeit: 29%
Druck: 1026.08mbar
UV-Index: 0

Sa.So.Mo.
27/11°C
25/10°C
25/11°C

Grundsätzliches:

Der Kgalagadi Transfrontier Park (KTP) ist ein grenzübergreifender Nationalpark der Länder Südafrika und Botswana. Das so circa 38.000 Quadratkilometer große Naturschutzgebiet entstand 1999 aus der Zusammenlegung des Kalahari-Gemsbok-Nationalpark (Südafrika) und dem Gemsbok-Nationalpark (Botswana) ( Gemsbock = Oryx ). Der Park grenzt im Westen an Namibia und ist über den Grenzübergang Mata Mata von hier auch zugänglich. Ganz im Norden des KTP grenzen Namibia, Südafrika und Botswana aneinander. Dieser Punkt wird Unions End genannt.

Die Artenvielfalt im KTP kann bei weitem nicht mit der des Kruger National Park mithalten, jedoch liegt das Interesse bei einem Besuch auch mehr auf der Sichtung von Raubkatzen und Raubvögeln. Tierarten wie Elefanten, Büffel, Nashörner, Zebras oder Flusspferde wird der Besucher in diesem Teil Südafrikas / Botswanas vergeblich suchen.

Bekannt ist der Park für seine prächtigen Löwen, welche hier eine besonders schwarze Mähne haben und die generell hohe Löwenpopulation. Auch Freunde von Geparden habe gute Möglichkeiten diese Tiere in freier Umgebung bei der Jagd zu bewundern. Sicher, da gehört viel Glück dazu aber möglich ist es.

Die Zufahrten zum Park beschränken sich auf vier Möglichkeiten:

  • Südafrika, Twee Rivieren ( Übersetzt zwei Flüge )
  • Namibia, Mata Mata
  • Botswana, Kaa
  • Botswana, Mabuashehube

 

Die Reiserouten im KTP sind recht einfach. Man fährt in Twee Rivieren oder Mata Mata ( Grenzübertritt ! Somit sind Ausweise und "Grenzpapiere" für den Mietwagen notwendig ) in den Park und hält sich an die ausgetrockneten Flusstäler des Auob und Nossob. Viele Wege gibt es nicht und so sieht man oft die selben Reisenden bzw. Fotografen. Für letztere ist es hier ein Eldorado.

Der Park ist ausgelegt für Selbstversorger und es ist ratsam, sich seine bevorzugten Lebensmittel in Upington zu besorgen. Der Shop in Twee Rivieren ist zwar ganz gut ausgestattet aber von Warenvielfalt zu sprechen wäre übertrieben. Die beiden anderen Läden in Mata Mata und Nossob sind noch etwas einfacher und sicher gibt es eigentlich immer nur Bier, Wein, Fleisch und Feuerholz 🙂 Gut, das ist übertrieben aber die Richtung ist eindeutig.

Der KTP ist für Naturliebhaber mit geringen Ansprüchen an Komfort, die auch vor Fledermäusen im Zimmer oder Schlangen auf den Rastplätzen nicht zurückschrecken.

Generell kann an sagen, dass die südafrikanische Seite des Parks wesentlich besser erschlossen ist. Hier gibt es feste Unterkünfte mit Strom und Wasser sowie kleine Shops und Tankstellen in den Camps Twee Rivieren, Mata Mata sowie Nossob.

Die "Straßen" ( Sandpisten ) werden gepflegt und laut südafrikanischer Parkbeschreibung soll es sogar möglich sein, diese mit einem normalen PKW zu befahren. Hier raten ich aber ausdrücklich von ab !! Ein SUV ist das Mindeste, was man sich gönnen sollte aber besser noch ein 4x4 Fahrzeug.

All diese Fragen stellen sich für den KTP auf der Seite Botswanas nicht. Hier gibt es keine festen Unterkünfte, keine Shops, keine Tankstelle und mit viel Glück erhält man Wasser am Kaa oder Mabuashehube Gate. Verlassen sollte man sich darauf aber nicht und die Qualität des Grundwassers bedarf keiner Beschreibung. Ach ja, ohne 4x4 Fahrzeug kommt man in diesem Teil der Welt auch nicht sehr weit.

 

Buchungen:


Für die Buchung von Unterkünften auf der südafrikanischen Seite des KTP nutze ich eigentlich immer direkt die SANPARK Website

Verfügbare Zimmer werden online angezeigt und eine Bestätigung der durchgeführten Buchung wird sehr Zeitnah per email versendet. Vorab müsst ihr Euch auf der Site https://www.sanparks.org/bookings/?mode=register aber ein eigenes Konto einrichten.

Bei Fragen ist es möglich per Mail oder Telefon Kontakt mit der Hotline aufzunehmen.

Mail: reservations@sanparks.org

Phone: +27 (0)12 428 9111 or mobile: +27 (0)82 233 9111

Emails werden in der Regel innerhalb von 2 -3 Tagen beantwortet.

Änderungen von bestehenden Buchung sind problemlos online möglich und 4 Wochen vorab auch kostenfrei zu stornieren. Leider ist eine Rückerstattung der Kosten nicht so einfach wie die Bezahlung selbst. Hierzu muss separat eine Mail an reservationrefund@sanparks.org gesendet werden ( inklusive ausgefülltem Erstattungsantrag ). Bis das Geld dann auf dem eigenen Konto verbucht wurde, dauert es sicher noch weitere 14 Tage oder auch gerne einmal mehr.

Generell gilt, dass Buchungen frühestens 11 Monate vor dem eigentlichen Reisemonat durchgeführt werden können und bei sehr gefragten Unterkünften ( Urikaruus, Grootkolk oder Kiliekrankie ) kommt es dabei auf jede Sekunde an.

Zu meinem Leidwesen gibt es für Reisebüros die Möglichkeit Reservierungen einen Tag vor der offiziellen Öffnung des Buchungszeitraum zu platzieren und so hat man eigentlich immer das Nachsehen.

Kleiner Tipp:

Buchen was verfügbar ist und die SanPark Webseite ständig im Auge behalten. Oft werden Zimmer 4 Wochen vor der Belegung wieder frei, da ab diesem Zeitraum Stornogebühren fällig werden.

Wer jedoch einen Campingplatz ( und nur diese gibt es im Teil von Botswana ) reservieren möchte, hat es deutlich schwerer. Es besteht die Möglichkeit eine email (DWNP) mit den gewünschten Plätzen an die Parkverwaltung Botswanas zu senden und Geduld zu haben.

Antworten kommen dann Tage, Wochen oder Monate später und der Buchungs / Bezahlprozess ist genauso kompliziert. Einen festen Ablauf gibt es leider nicht und teilweise werden sogar noch Buchungsbestätigungen per Post versendet. Kein Wunder, dass das lange dauern kann. Hier ist es wirklich besser ( wenn nicht sogar notwendig ) professionelle Hilfe in Form von Reiseagenturen in Anspruch zu nehmen. Es fällt zwar eine kleine Bearbeitungsgebühr an die ist es sicher wert.

Ach ja, einige Campingplätze ( Mabuasehube Pan & Mpayathuthwa ) wurde privatisiert. Man erkennt dies jedoch ausschließlich am aufgerufenen Preis und das diese nur über Reiseagenturen angeboten werden. Vor Ort ist es, genau wie bei den staatlichen Plätzen, nur eine kleine Parkfläche unter einem Baum, eventuell mit A-Frame ( Holzdach ).

Kosten:

Auch bei den Eintrittspreisen in den KTP gibt es gewaltige Unterschiede zwischen den beiden Ländern.

Für die südafrikanische Seite gilt:

Die Eintrittspreise unterscheiden sich als erstes von der Nationalität der Besucher. Südafrikaner kommen als "Locals" wesentlich günstiger in den Genuss eines Tickets.

Ausländer bezahlen für einen Tagesbesuch gute 400 Rand als Erwachsene und Kinder erhalten 50% Ermäßigung.

Meist lohnt jedoch der Kauf einer Jahreskarte (Wild Card) und hier gibt es drei Möglichkeiten:

  1. Für eine Person 3.300 Rand
  2. Für zwei Personen 5.100 Rand
  3. Familienkarte für zwei Erwachsene und bis zu 5 Kinder 6.100 Rand

Die Wild Card ist in allen staatlichen Parks wie z.B.

Addo Elephant National Park

Augrabies Falls National Park

Kruger National Park

Table Mountain National Park

......

gültig.

 

Informationen für die Einreise in den KTP über den Grenzpunkt Mata Mata ( aus / in Richtung Namibia )

  • für die Ein / Ausreise werden Ausweis, Zimmerreservierung im KTP und die Genehmigung der Mietwagenfirma für einen Grenzübertritt ( AVIS, Hertz und CO ) benötigt
  • zusätzlich 259 N$  für das "Road Permit" Namibia
  • mindestens 25 Minuten Zeit je Grenzposten für die Formalitäten einplanen
  • Zeitunterschied Namibia / Südafrika nicht vergessen
  • Feuerholz, Obst und Gemüse dürfen nicht eingeführt werden
  • Rindfleisch bis circa 20 kg ( kein Schweinefleisch bzw. Geflügelfleisch ) darf importiert werden
  • Die Öffnungszeiten der Grenzposten sind nicht 100% identisch mit denen des Parks

 

Für den Parkeintritt über den Teil Botswanas gilt:

Es wird eine Gebühr von 120 Pula pro Person und 50 Pula pro Fahrzeug berechnet ( 100 Pula entsprechen circa 8 Euro ). Diese Preise aber bitte nur als Richtwerte sehen. Es gibt geringfügige Unterschiede, abhängig von der Art des Fahrzeugs und von der Nationalität der Besucher. Auch hier gilt, Locals bezahlen weniger.

 

Es ist aber egal, über welchen Weg ( Südafrika oder Botswana ) Ihr in den KTP einreist. Die entrichtete Gebühr gilt für beide Seiten des Parks.

Unterkünfte:


KTP Seite Südafrika:

Traditional Rest Camps:

Größere Camps mit Shop, Tankstelle, Reservierungsbüro. Unterbringungsmöglichkeiten vom Campingplatz bis River Front Bungalow, wobei River (Fluß) nicht wörtlich genommen werden darf. Die Flüsse Auob und Nossob ( 1989 )  bieten alle 40 Jahre einmal Wasser. Beachten sollte man, dass nur diese Camps im Park eine 230 Volt Stromversorgung bieten und sonst nur Solarstrom für etwas Licht sorgt. Bitte vorab Gedanken über das Laden der Akkus machen und die Taschenlampe nicht vergessen.

  • Twee Rivieren
  • Mata Mata
  • Nossob

 

Wilderness Camps:

Gepflegte Bungalows mit Solarstrom und fließend Wasser. Die Camps sind nicht eingezäunt und Begegnungen mit Wildtieren sind die Regel ( aber darum übernachtet man hier auch ). Kein Shop, keine Tankstelle

  • Bitterpan ( nur mit 4x4 Fahrzeug erreichbar )
  • Gharagab ( nur mit 4x4 Fahrzeug erreichbar und etwas Erfahrung sollte vorhanden sein)
  • Grootkolk
  • Kalahari Tented Cap ( Die eigene Terrasse ist nicht eingezäunt und Wildtiere wie z.B. Löwen könnten den Grillplatz besuchen )
  • Kieliekrankie
  • Urikarus

 

KTP Seite Botswana:

Ausschliesslich Campingplätze. Diese unterscheiden sich, ob ein Holzdach (A-Frame) vorhanden ist oder eben nicht. Teilweise gibt es noch Toilettenhäuschen aber die Benutzung ist nur etwas für Unerschrockene.

Gebiet Mabuashehube

  • Mabuashehube Gate
  • Matopi 1 und 2
  • Mosomane
  • Bosobogolo
  • Mabuashehube Pan ( Privat )
  • Mpayathutlwa ( Privat )
  • Monamodi
  • Lesholoago
  • Khiding

 

Gebiet Kaa

  • Kaa Gate
  • Sepatowe
  • Tweeling Rambuka
  • Lang Rambuka
  • Gnus Gnus
  • Thupapedi
  • Sizatewe
  • Swartpan 1 und 2

Gates und Öffnungszeiten:


Die Öffnungszeiten werden auf der Südafrikanischen Seite des KTP streng überprüft und der "Laufzettel" wird nicht vor Parköffnung ausgegeben.

  • Januar/Februar 06.00 - 19.30
  • März 06.30 - 19.00
  • April 07.00 - 18.30
  • Mai 07.00 - 18.00
  • Juni/Juli 07.30 - 18.00
  • August 07.00 - 18.30
  • September 06.30 - 18.30
  • Oktober 06.00 - 19.00
  • November/Dezember 05.30 - 19.30

Entfernungen:

  • Twee Rivieren - Mata - Mata 3 Std 120km
  • Twee Rivieren - Kalahari Tented Camp 3 Std 115km
  • Twee Rivieren - Nossob 4 Std 160km
  • Twee Rivieren - Grootkolk 6,5 Std 270km
  • Twee Rivieren - Urikaruus 2,5 Std 70km
  • Twee Rivieren - Kieliekrankie 1,5 Std 45km
  • Twee Rivieren - Garagab 320km > 9 Stunden
  • Nossob - Union's End 3 Std 125km
  • Nossob - Mata-Mata 4 Std 161km
  • Nossob -Grootkolk 2,5 Std 100km
  • Nossob -Bitterpan 2,0 Std 53km
  • Nossob -Garagab 4 Std
  • Garagab -Nossob  3 Std ( Wenn es gut läuft. Düne Gefahr sich an der letzten Düne länger aufzuhalten ist groß )
  • Grootkolk - Garagab (Hinweg) 2,5 Std
  • Bitterpan -Mata-Mata 2 Std 44km
  • Bitterpan - Kalahari Tented Camp 2 Std 40km
  • Mata-Mata - Kalahari Tented Camp 4km
  • Polentswa - Unions End 2 Std 70km
  • Polentswa - Kaa-Gate 4 Std 120km

Verpflegung:


Im KTP gibt es drei Shops, je einen in Twee Rivieren, Mata Mata und Nossob ( erneuert im Jahr 2020 ). Das Warenangebot ist dabei recht übersichtlich, wobei der Shop in Twee Rivieren das größte Sortiment aufweisen kann. Angeboten werden Lebensmittel, Campingausrüstung und kleine Souvenirs. Was es eigentlich immer gibt ist Bier und Wein, wobei der Verkauf von Alkohol am Sonntag verboten ist und dies wird auch Pflichtbewusst umgesetzt.

Aufgrund der abgeschiedenen Lage des KTP sollte man nicht mit vielen frischen Lebensmitteln (Gemüse /Obst) rechnen und auch das Grillfleisch ist von mittlerer Qualität und immer tiefgefroren. Das Preisniveau liegt etwas über dem in Upington aber es ist noch zu verkraften.

Wer also gut essen möchte, sollte vorab in Upington einkaufen. Verhungern muss aber niemand im Park und im Notfall gibt es noch ein Restaurant in Twee Rivieren.

 

 

 

Gute Tiersichtungen im Park:


Viel spielt sich im Bereich der Wasserlöcher ab aber ich kann jetzt nicht sagen, dass es im Sommer ( Jan / Feb ) mit viel Regen weniger oder keine Sichtung von Raubkatzen gibt. Oft lese ich, dass bei viel Regen die Tier in die Dünen abwandern da sie nicht auf die Wasserlöcher angewiesen sind aber das kann ich nicht bestätigen.

Erschreckend war jedoch die große Trockenheit in 2018. Viele Tiere gab es damals nicht vor die Linse und meine Stimmung war wirklich getrübt. Die großen Herden von Springböcken oder Gnus waren verschwunden und durstige Elend tranken das für sie unverträgliche Wasser. Große Gewinner waren die Löwen, denn sie mussten kaum jagen.

Gut zu wissen:


Verwaltung:

  • Sehr freundliche Mitarbeiter in den großen Camps ( Südafrika ) helfen bei Buchungen oder Problemen.
  • Kleine Reparaturen am Fahrzeug können im Notfall in Twee Rivieren durchgeführt werden.
  • Öffnungszeiten werden auf der südafrikanischen Seite streng kontrolliert
  • Die Mitarbeiter am Kaa Gate helfen schon einmal bei der Versorgung mit Wasser oder bei meiner Corona Flucht auch mit guten Tipps ( DANKE noch einmal für den Support )
  • In Mabuashehube kann nicht mit Wasser gerechnet werden. Auch Kartenmaterial gibt es nicht, es hilft nur ein Handyfoto der schlecht lesbaren Übersichtskarte.

Tankstellen:

  • Die Versorgung mit Diesel ist, auf der Seite von Südafrika, eigentlich immer gesichert.
  • Benzin gibt es bei großer Hitze nur bis 10:00 Uhr und ab 16:00 Uhr, da der Kraftstoff in den Pumpen verlockt und diese verstopfen. Unbedingt bei der Planung berücksichtigen.
  • In Botswana gibt es keine Shop, kein Restaurant, keine Tankstelle kein..............

Wege:

  • Ich empfehle mindestens ein SUV, nicht nur für die sandigen Weg sondern auch für die hohen Büsche am Wegesrand. Aus einem normalen Fahrzeug sieht man wenig und eigentlich kommt man nur vom Gate Twee Rivieren bis Kiliekrankie. Bis Maja Mata muss man schon Glück haben aber Spaß macht das nicht.
  • In Botswana sollte es auch ein Allradfahrzeug sein. Die Strecken sind weit und auf Hilfe sollte man sich nicht verlassen. Nicht weil keiner helfen würde, es kommt halt einfach keiner vorbei.

 

Fazit:


Die Artenvielfalt ist eingeschränkt aber die Sichtungen von Raubkatzen sind einmalig. Ich liebe das Campen mitten im Busch ohne Zaun und doppelten Boden. Wo hat man schon einmal den Leoparden am Grill oder die Löwen in der Dusche. Es ist einfach unglaublich spannend hier und ich liebe es !